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Pflegeethik-Kongress in Göttingen

Eine Referentin steht neben einer Präsentationsfolie mit dem Titel des Vortrags „Reflexion im Zentrum“

Vom 25. bis 27. Februar 2026 präsentierte Tamara aktuelle Projektfortschritte beim Pflegeethik-Kongress 2026 an der Universitätsmedizin Göttingen. Unter dem Leitthema „Ethik in der Pflege: Verantwortung – Haltung – Dialog“ brachte der Kongress Fachpersonen aus Praxis, Pädagogik und Wissenschaft zusammen – ein passender Rahmen für die zentrale Frage unseres Projekts: Wie können ethische Sensibilität und Urteilskraft in der Pflegeausbildung gezielt gefördert werden?

In ihrem Vortrag „Reflexion im Zentrum – Ein Serious Moral Game als Lernmedium zur ethischen Kompetenzentwicklung in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege“ gab Tamara Einblick in die laufende Entwicklung von EthiCare. Das digitale Serious Moral Game simuliert ethisch herausfordernde Situationen aus dem Pflegealltag – etwa die Verweigerung von Therapien oder Medikamenten durch Patient*innen – und verbindet diese Entscheidungssituationen mit gezielter Reflexion.

Ziel von EthiCare ist es, ethische Sensibilität, Urteilskraft und professionelles Handeln von Studierenden systematisch zu fördern. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Frage, wie die Erfahrungen aus dem Spiel aufgearbeitet und gemeinsam reflektiert werden können.

Ergebnisse einer österreichweiten Erhebung mit 518 Auszubildenden unterstreichen die Bedeutung dieses Ansatzes:

  • 78 % der Befragten halten Reflexion nach dem Spiel für sehr oder eher wichtig.
  • Dialogische Formate, etwa Kleingruppen und Feedback, werden klar bevorzugt.
  • Rein schriftliche oder isoliert digitale Reflexionsverfahren überzeugen deutlich weniger.

Die zentrale Erkenntnis: Digitale Entscheidungsräume entfalten ihr Potenzial erst durch konsequente, dialogische Reflexion. Genau deshalb ist Reflexion kein ergänzendes Element von EthiCare, sondern ein zentrales didaktisches Prinzip.

Der bereits frühzeitig ausgebuchte Kongress zeigte, wie relevant pflegeethische Fragestellungen derzeit für Praxis, Lehre und Forschung sind. Besonders wertvoll war der intensive Austausch mit Kolleg*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Die Diskussionen in Göttingen haben einmal mehr bestätigt, wie wichtig innovative und zugleich theoriegeleitete Lehr-Lern-Formate für die ethische Kompetenzentwicklung in der Pflegeausbildung sind.

„Play Serious – Act Moral“ wird von der Stadt Wien – MA 23 gefördert und an der Hochschule Campus Wien im Zentrum für Angewandte Pflegeforschung gemeinsam mit dem Forschungszentrum AI, Software and IT-Security durchgeführt.